Geschichtliches zur

GOLD- UND SILBERSCHMIEDEMEISTERWERKSTATT
RÜTTGERS

Mit Quirinus Rütgers, dem Sohne des Rütger Rütgers, sollte sich die Goldschmiedekunst aufs engste mit dem Namen Rütgers verknüpfen und bis zum heutigen Tage damit verbunden bleiben. Quirinus Rütgers zählt zu den hervorragensten Goldschmiedekünstlern, die von Karls des Großen Zeiten an in der alten Kaiserstadt Aachen zur Zierde gereicht haben.

Quirinus Rütgers (Firmengründer)

Quirinus Rütgers (ca. 1660 - 1727)

Beim Antritt seiner Lehre wird dem jungen Quirin von seinem Meister ein Lehrbrief ausgestellt, der von Matthias von Orsbach und dem Vater Rütger Rütgers unterzeichnet ist. Dieser Lehrbrief ist ein kostbares Dokument und wird von den Nachkommen treu gehütet.

      

Wortlaut des Lehrbriefes:

"In den nahmen der Allerheiligste Dreyfaltigkeit Amen, seye hiemit kundt und Zuwissen Jedermenniglichen, wie das der Ehrbarer und Kunst, erfahrener des Goldtschmidts Ambachts Meisster Mathias von Urssbach, sich hiermit Verbindt und Verobligirt, dem Ehrntfesten Rutgero Rutgers seinen Sohn Quirino Rutgers, dass goldschmits Ambachts Kunst und Erfahrnuss wissenschaften, ia alle was demo anklebig sein möge aus dem grundt und fondamenten recht und preisslich ehrbahren, so viell er Urssbach hennermehr wissig sein möge, alles dem Lehrknaben Rutgers Zu offenbahren, damit es Künftig nach seiner geendigter LehrJahren, aller endts Vor einen Knecht oder gesell bestehen und admittirt werde möge; dessen soll er Quirino Rutgers sechs stets nach einander folgenden Jahren, seine Lehr Zeit beym obg. Mathias von Urssbach Stehen und Lernen, auch in wehrender Zeit sich willig, gehorsam from und fleissig verhalten gleich einen Ehrliebenden Lehrknaben obligt und woll anstehet, dabenebens solle er Rutgero Rutgers vor seinen Sohn quirino dreissig Und funf Reichstaler dem Meister Mathias von Urssbach noch Zu und herausgeben, nemblich heut dato Siebenzehen und Einen halben Reichstaler /: welche 17 1/2 Reichstaler à 54 M laut dato er von Urssbach bekendt hiermit empfangen zu haben, die übrige sieben Zehn und einen halben Reichstaler über drey Jahren nacher heut dato auch richtig zur Zeit ihm entricht und bezalt werden solle, hergegen soll er Quirin Rutgers bei seinen Lehrmeister die kost und schlafstätt wehrender 6 Jahren gemessen, ausserdem auf die hochfeyrliche Festtagen solle er mogen bey seinen Vatter den Tranck speiss und schaffens forderen, ytem was angehent sein Leinwath so zu seinen Leichnam gehörig solle der Lehr Knabe alle Zeit bei seinem Vatter unnd Mutter gewaschen gestuckt und gelapt werden, auch was sonsten vor wulle Kleider schuch stromp hoed und dergleichen soll der vatter auch seinem Sohn alle Zeitt Verschaffen, /: wurde auch welches Gott allmächtig gnädiglich verheuten wollen :/ diesen Lehrknaben vor die 3 Jahren zu sterben Kommen solle desswegen den Vatter diese restirenden 17 1/2 Reichstaler nit zu geben schuldig sein, solches solle es sich auch also mit dem Meister verhalten, wofern er von Gott allmächtig von dieser welt abgefordert werden solle die empfangen 171/2 Reichstaler nit schuldig sein widerumb zu geben; Endtlich verobligirt sich der Vatter Rutgerus Rutgers vor seinen Sohn das er Vorbeschreibenen Articulis und Clausulis soll fromblich nach leben, und diese Lehr Zeitt solle heut dato den Neunten Monats Tag Septembris Ainno Ein Tausendt sechs hondert Siebenbzig und acht ihren anfang nehmen und folgenden Jahren Continuiren, alles ohne arglist in verkundt haben allerseits partheyen dieses eigenhändig Unterschreiben. geschehen Aachen auf Tagh et datum als oben

 

Rutger Rutgers.      Mathias orssbach.

Große Monstranz der Pfarrkirche St. Peter in Aachen (1707)

Die 78 cm hohe, silbergetriebene, teils vergoldetet Monstranz der Aachener Pfarrkirche St. Peter, ist als eins der schönsten Stücke Aachener Goldschmiedekunst weit bekannt.

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